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Gewinner des IBC2026 Innovation Award, Content Creation

Das Open-Source-Projekt Media eXchange Layer (MXL) hat den IBC2026 Innovation Award in der Kategorie Content Creation gewonnen, und wir bei Wavelet Beam freuen uns sehr, als Contributor Teil des Gewinnerprojekts zu sein! Am EBU-Stand haben wir im Live Multi Vendor Showcase auf einem Kubernetes-Cluster mit 3 Worker Nodes und NVIDIA Holoscan for Media unseren MXL Clip Player und die GPU-beschleunigte IRIS-Videoentrauschung live gezeigt.

IRIS, MXL & DMF

IRIS-Videoentrauschung als native MXL Media Function

Pressemitteilung

Dynamic Media Facility & MXL: ein grundlegender Architekturschritt

Paderborn, 30. August 2026: Die Anforderungen an moderne Medienproduktion steigen weiter: dynamische Formate, variable Datenraten und der Druck zu hoher Kosteneffizienz verlangen nach flexiblen Infrastrukturen. Klassische Setups tauschen Videodaten ständig zwischen einzelnen Geräten über physische oder IP-Schnittstellen wie SDI und ST 2110 aus, selbst für interne Verarbeitungsschritte. Die Dynamic Media Facility (DMF) in Verbindung mit dem Media eXchange Layer (MXL) führt hier einen grundlegenden Architekturschritt ein.

Als Software-Defined-Video-Lösung (SDV) auf Basis von Kubernetes entkoppelt sie die Videoverarbeitung von dedizierter Hardware. Etablierte Standards wie SDI und ST 2110 behalten ihre Rolle für die externe Signalanbindung vollständig, während der interne Datenaustausch zwischen den Verarbeitungsfunktionen hocheffizient und direkt innerhalb der Software-Infrastruktur stattfindet.

Technischer Kontext

Technischer Kontext: DMF-Schichten mit Anwendungen, NMOS-Steuerungsebene, MXL-Datenebene und Kubernetes-Compute auf der Infrastruktur

DMF ist die Referenzarchitektur von EBU und NABA: NMOS entscheidet, MXL transportiert die Daten, Kubernetes plant die Rechenleistung.

Von statischer Hardware-Reserve zu dynamischer Software-Resilienz

In klassischen Broadcast-Umgebungen beruht die Betriebssicherheit auf erheblicher Überprovisionierung: dedizierte Hardwarekarten (FPGAs) und Reservegeräte müssen ständig bereitstehen, um eine 1:1- oder 1:N-Redundanz zu garantieren. Diese Kapazität bindet Kapital, liegt im Regelbetrieb brach und ist an die Austauschzyklen der Hardware gebunden.

Die DMF-Architektur löst dieses Problem an der Wurzel:

  • Entkopplung von der Hardware mit hybrider Option: Statt gerätegebundener Hardware übernimmt vor allem containerisierte Software auf Standardservern (COTS) die Signalverarbeitung. Spezialisierte Rechenleistung ist damit keineswegs ausgeschlossen: GPUs und vorhandene FPGAs bleiben wichtige Bausteine moderner Workflows.
  • Ein Aufruf an Sender und Technologieanbieter: Für eine optimale Integration müssen dedizierte GPU- und FPGA-Schnittstellen jetzt aktiv in den MXL-Standard eingebracht werden. Sender und Technologieanbieter sind ausdrücklich eingeladen, ihre konkreten Anwendungsfälle und Anforderungen zu formulieren, damit diese Schnittstellen praxisnah gestaltet werden.
  • Elastische Redundanz statt ungenutzter Hardware: Redundanz wird flexibel über Kubernetes orchestriert. Fällt eine Instanz aus, startet das System automatisch und in Echtzeit neue Workloads. Dauerhaft vorgehaltene Reservegeräte sind nicht mehr nötig.
  • Hohe Interoperabilität und In-Memory-Leistung: Über das MXL SDK tauschen Anwendungen verschiedener Hersteller unkomprimierte Mediendaten direkt über Shared Memory mit extrem geringer Latenz aus. Sender sparen so einen großen Teil des teuren Integrationsaufwands.

Das Beste aus beiden Welten: ein effizientes Hybrid-Cloud-Modell

Ein zentrales Merkmal der Gesamtarchitektur ist ihr intelligentes Hybrid-Cloud-Konzept:

  • Grundlast lokal abgedeckt: Die Grundlast an 365 Tagen bleibt kosteneffizient im eigenen Rechenzentrum.
  • Dynamische Skalierung in die Cloud: Live-Ereignisse mit extremen Lastspitzen, etwa Sportübertragungen, werden flexibel in die Cloud ausgelagert.
  • Bandbreitenoptimierung und Bildqualität: Dank des geringeren Bandbreitenbedarfs des Zwischenformats verbindet das System technische Spitzenleistung bei der Übertragung in die Cloud mit deutlichen Einsparungen. Das schafft die besten Voraussetzungen für herausragende Bildqualität in der Distribution bei minimalen Infrastrukturkosten.

Cloud-native Vorteile auf einen Blick

  • Maximale Skalierbarkeit: Durch Container-Orchestrierung lässt sich die Rechenleistung dynamisch an die Produktionslast anpassen.
  • Einfachere Wartung: Continuous Deployment und automatische Updates reduzieren Ausfallzeiten und Verwaltungsaufwand auf ein Minimum.
  • Nachhaltiger Investitionsschutz: Anders als gerätegebundene Hardware ist die Softwarelogik nicht an feste Austauschzyklen gebunden und bleibt durch laufende Updates dauerhaft aktuell.

Gewinner der IBC2026 Innovation Awards

Als aktiver Contributor dieses zukunftsweisenden Technologieansatzes freuen wir uns, dass das Open-Source-Projekt Media eXchange Layer (MXL) den renommierten IBC2026 Innovation Award in der Kategorie Content Creation gewonnen hat. Ein großes Dankeschön an EBU, CBC/Radio-Canada, NABA, die Linux Foundation, NVIDIA und alle beteiligten Partner. Die Auszeichnung unterstreicht die wegweisende Bedeutung von MXL und DMF für die gesamte Broadcast-Branche.

Aktuelle Umsetzung

Die aktuelle Version arbeitet mit Host Memory und liefert die volle IRIS-Entrauschungsqualität innerhalb der MXL-Pipeline.

Nächster Schritt: Direkte Integration mit dem MXL Device Memory Ringbuffer. Der Umweg über den Host Memory entfällt, und das volle Leistungspotenzial für GPU-native Zero-Copy-Entrauschung im großen Maßstab wird frei.

Über Wavelet Beam

Wavelet Beam ist ein führender Spezialist für GPU-beschleunigte Videoverarbeitung. Als aktiver Contributor gestaltet Wavelet Beam zukunftsweisende Open-Source-Initiativen und Standards für softwaredefinierte Medieninfrastrukturen mit.

Effizienzsprung mit IRIS: große Einsparungen bei Bandbreite und Bitrate

Als zentraler Baustein moderner softwaredefinierter Videopipelines kommt die Kerntechnologie IRIS von Wavelet Beam ins Spiel. IRIS löst einen der größten Engpässe der Videodistribution: störendes Bildrauschen und Filmkorn.

  • Präzise Rauschunterdrückung: IRIS trennt unerwünschtes Rauschen mit hoher Präzision von echten Bilddetails und hebt das Signal aus dem Grundrauschen heraus.
  • Große Bitrateneinsparung: Weniger fehlerhafte Bewegungsvektoren und Bildstörungen bedeuten, dass Encoder deutlich weniger überflüssige Daten verarbeiten müssen. Das ermöglicht bis zu 30 % weniger Bitrate bei gleicher oder sogar besserer wahrgenommener Bildqualität.
  • Optimale Distributionsqualität: Ob Live-Broadcast, Streaming oder Archiv-VOD: IRIS liefert saubere Mastersignale und schafft die ideale Grundlage für maximale Kompressionseffizienz auf dem Auslieferungsweg.

Technischer Hintergrund

Wavelet Beam hat eine erste Version der IRIS-Videoentrauschung mit dem MXL SDK umgesetzt. IRIS läuft als eigenständige MXL Media Function in einem Docker-Container, vollständig in die MXL-Infrastruktur integriert und bereit, Live-Videostreams mit GPU-beschleunigter Rauschunterdrückung zu verarbeiten.

MXL-Workflow

IRIS MXL-Workflow

Infrastruktur

IRIS MXL-Infrastruktur

Der Aufbau umfasst fünf MXL-Anwendungen, jede als eigenständige Media Function in ihrem eigenen Docker-Container:

  • SDI-zu-MXL-Bridge: Nimmt SDI-Videostreams über das Blackmagic DeckLink SDK auf und stellt sie nativ als MXL Flows bereit.
  • IRIS-Entrauschung: GPU-beschleunigte Verarbeitung in Echtzeit. Der Container enthält die komplette IRIS-Pipeline und bereinigt Live-Quellen in höchster Bildqualität, bevor Zwischenformate für die Postproduktion entstehen.
  • GPU-UHD-Videorecorder: GPU-beschleunigte Aufzeichnung von MXL Flows bis UHD-Auflösung.
  • Viewer für unkomprimiertes 10-Bit-Video: Zur Darstellung unkomprimierter Medienpipelines in Echtzeit.
  • Videoplayer: Echtzeit-Wiedergabe von MXL Flows innerhalb der Infrastruktur.

Alle Anwendungen nutzen eine gemeinsame Lizenzkomponente:

  • CodeMeter-Lizenzserver (VM): Eine eigene virtuelle Maschine betreibt den Dienst Wibu CodeMeter 8.40 und stellt Lizenzen im Netzwerk über CmNet (Port 22350) bereit. Jeder Container authentifiziert sich bei jedem Start an diesem Server.

Häufige Fragen

Was ist MXL?

Der Media eXchange Layer (MXL) ist ein Open-Source-Projekt, in dem Anwendungen verschiedener Hersteller unkomprimierte Mediendaten direkt über Shared Memory austauschen. MXL hat den IBC2026 Innovation Award für Content Creation gewonnen, Wavelet Beam ist Contributor.

Wie läuft IRIS in MXL?

IRIS läuft als eigenständige MXL Media Function in einem Docker-Container. Die aktuelle Version arbeitet mit Host Memory, der nächste Schritt ist die direkte Integration mit dem MXL Device Memory Ringbuffer.

Was ist die Dynamic Media Facility (DMF)?

DMF ist die Referenzarchitektur von EBU und NABA für softwaredefinierte Medienproduktion: NMOS steuert, MXL transportiert die Daten, Kubernetes plant die Rechenleistung.

Wo wurde IRIS für MXL gezeigt?

Auf der IBC 2026 im EBU Live Multi Vendor Showcase, auf einem Kubernetes-Cluster mit 3 Worker Nodes und NVIDIA Holoscan for Media, sowie bei Qvest und bei Amazon Web Services.